(aus der Sicht der Orga)

Das 40. Osterlager der Freien Fahrtengemeinschaft Artaban hatte in diesem Jahr eine besondere Form, die sich im Verlauf als sehr stimmig und bereichernd gezeigt hat. Die Lagerleitung bestand diesmal aus Artabanern aus verschiedenen Gruppen, die sich zusammengefunden haben, um dieses Lager gemeinsam zu organisieren. Zu Beginn waren es etwa zehn Personen, die sich regelmäßig zum Telefonieren verabredeten, Aufgaben verteilten und Ideen entwickelten. Mit der Zeit entstand daraus ein engerer Kreis, der die Organisation getragen hat. Wir kannten uns alle bereits gut, sind in dieser Phase aber noch einmal enger zusammengewachsen und haben auch im gemeinsamen Arbeiten neue Seiten aneinander kennengelernt.
Von Anfang an war auch der Kreis der Ehemaligen mit eingebunden. Eine Person hatte bereits im Vorfeld mögliche Höfe angeschaut und damit einen wichtigen Teil der Vorbereitung übernommen. Besonders war in diesem Jahr, dass alle Ehemaligen eingeladen waren. Dadurch entstand ein großes Lager mit etwa 150 Menschen, darunter viele Familien und Kinder. Erst im Laufe des Lagers wurde uns als Lagerteam und auch vielen Aktiven wirklich bewusst, welche Bedeutung dieses Treffen hatte. Dass es ein solches Jubiläum in dieser Form zuletzt beim 25. Lager gegeben hatte, hat uns noch einmal gezeigt, welche Dimension dieses Lager angenommen hatte.
Die Vorbereitung zog sich insgesamt über einen längeren Zeitraum, die intensive Endphase begann jedoch etwa eineinhalb Tage vorher. In dieser Zeit wurden Materialien organisiert, Einkäufe erledigt und letzte Dinge vorbereitet. Ein Teil des Teams traf sich bereits vorher, um gemeinsam ein Banner zu gestalten, mit selbstgemachten Schablonen und Spray, was nicht nur gut funktioniert hat, sondern auch viel Freude gemacht hat. Am nächsten Tag wurden weitere Materialien wie Malervlies besorgt. Am Aufbautag selbst ging es früh los, mit mehreren Stunden Einkäufen, bevor es weiter zum Platz ging.
Vor Ort wurde zunächst die Gemeinschaftsjurte aufgebaut, die als zentraler Treffpunkt dienen sollte. Gleichzeitig wurden Markierungen gesetzt und überlegt, wie die weiteren Jurten später stehen würden, wie weit sie auf die Wiese gehen und welchen Abstand sie zum Waldrand haben sollten. Auch organisatorische Fragen wie die Position der Toiletten oder des Osterfeuers wurden geklärt. Während nach und nach die ersten Teilnehmenden ankamen, lief die Vorbereitung weiter. Für die Lagerleitung bedeutete das eine durchgehende Präsenz, gleichzeitig war es ein besonderer Moment zu sehen, wie sich der Platz füllte und das Lager lebendig wurde.
Der erste Abend war ein starker Einstieg. Nach dem gemeinsamen Essen wurden Fackeln entzündet und die Gruppe zusammengeführt. Mit einer Fackel vorne, einer in der Mitte und einer hinten ging es langsam durch die Dunkelheit zu einem vorbereiteten Platz. Immer wieder wurde gewartet, damit alle mitkommen konnten. Oben angekommen lagen Hefezöpfe bereit, mit Butter bestrichen, und Teelichter brannten. Es wurde mehrstimmig gesungen und man konnte sehen, wie sehr die Menschen darin aufgingen, wie Erinnerungen zurückkamen und gleichzeitig Neues entstand. Die Begrüßung fand in diesem Rahmen statt. Danach wurden alle eingeladen, den Hefezopf mit jemandem zu teilen, den sie noch nicht gut kannten, wodurch sich viele Gespräche entwickelten. Später wurde auch gemeinsam an eine Person gedacht, der es gerade nicht gut ging, bevor Johannisbeersaft geteilt wurde und der Abend weiterging. Der Rückweg war ruhiger und ging in eine erste Nacht über, in der das Lager langsam zur Ruhe kam.


Am nächsten Morgen begann der Tag gemeinsam, danach folgten Frühstück und ein erstes Ankommen im Tagesablauf. Schnell wurde deutlich, dass die Hafermilch deutlich schneller verbraucht wurde als geplant. Nach dem Frühstück starteten die AGs, die einen zentralen Bestandteil des Lagers bildeten. Diese AGs waren als offener Bereich gedacht, in dem einzelne Personen etwas vorbereitet hatten und sich alle frei zuordnen konnten. Es gab praktische AGs wie die Schnippel AG, bei der direkt große Mengen Gemüse für die nächsten Mahlzeiten vorbereitet wurden, eine Holz AG, kreative Angebote wie Vocal Painting sowie AGs zum Bau von Fackeln und zum Einüben von Fackeltänzen. Einige AGs führten auch auf den nahegelegenen Hof, wo mitgeholfen wurde. In relativ kurzer Zeit wurde viel geschafft und man merkte, wie sich das Lager immer mehr in Bewegung setzte.

Im Anschluss daran wurde gemeinsam im Chor gesungen, Stimmen ausprobiert und Lieder geübt. Das Mittagessen fand draußen auf Isomatten statt, begleitet von Gesprächen, Musik und gemeinsamem Zubereiten. Es wurde auch Bärlauch gesammelt, gewaschen und direkt verarbeitet. Am Nachmittag folgte das große Geländespiel mit vielen verschiedenen Stationen. Es wurde gelacht, gesungen, ausprobiert und gemeinsam an Aufgaben gearbeitet. Die Anforderungen wurden im Verlauf gesteigert und das gesamte Gelände war voller Bewegung.


Nach dem Spiel wurde Holz gesammelt und gemeinsam gekocht. Am Abend trafen sich alle in der Jurte zum Singen. Man konnte deutlich sehen, wie sehr die Menschen darin aufgingen und wie viel Freude darin lag. Auch für uns als Lagerteam war das ein besonderer Moment, weil wir gemerkt haben, was wir gemeinsam auf die Beine gestellt hatten. Es wurde laut mitgesungen, mitgefühlt und die Zeit intensiv erlebt.
Der Samstag verlief in einer ähnlichen Struktur, während parallel bereits vieles vorbereitet wurde. Zwischendurch stellte sich heraus, dass das Osterfeuer nicht an der vorgesehenen Stelle stand und noch einmal umgesetzt werden musste. Diese Aufgabe wurde gemeinsam angegangen und erfolgreich bewältigt. Anschließend ging es gemeinsam zur Kirche, wo gesungen wurde und der Raum den Liedern eine besondere Wirkung verlieh. Danach wurde draußen zusammen gegessen und anschließend der Rückweg angetreten.
Am Abend begann der Fackeltanz, der schließlich in das Entzünden des Osterfeuers überging. Der Abend entwickelte sich weiter mit Gesang, Tanz und gemeinsamen Momenten. Am Ende wurde über das Feuer gesprungen, es wurde laut gesungen, getanzt und die Zeit intensiv genossen. Die Stimmung war ausgelassen und gleichzeitig sehr verbunden.


Der Sonntag begann früh. Ein Teil des Teams bereitete Hefezöpfe vor und versteckte Ostereier auf dem gesamten Platz. Danach wurden alle geweckt und gemeinsam machte sich die gesamte Gruppe auf den etwa 45-minütigen Weg, um Osterwasser zu holen. In dieser frühen Morgenstimmung entstand eine besondere Ruhe, die sich im gemeinsamen Ankommen und Singen fortsetzte. Zurück am Platz begann das Ostereiersuchen, an dem sich alle beteiligten. Besonders schön war zu sehen, wie viel Freude dabei bei allen, auch bei den Ehemaligen, sichtbar wurde.



Im weiteren Verlauf des Tages fanden Gesprächsrunden zu verschiedenen Themen statt, von persönlichen Erfahrungen bis hin zu Fragen zur Zukunft der Gemeinschaft. Am Nachmittag gab es ein offenes Programm mit Beiträgen, Spielen und Aufführungen, gleichzeitig auch Raum für Gespräche und Ruhe.
Am letzten Tag stand der Abbau im Vordergrund. Viele mussten früh los, und das Lager löste sich nach und nach auf. Für das Lagerteam war damit jedoch noch lange nicht Schluss. Erst gegen 23 Uhr war schließlich alles weggeräumt und zurückgebracht. Ein Teil des Teams fuhr mit dem Auto zurück nach Hannover, wo Materialien und Lebensmittel weiter verteilt wurden, unter anderem zur Maschseehütte und zur Botihütte. Anschließend folgten weitere organisatorische Aufgaben wie Abrechnungen. Auch in den Tagen danach lief die Nachbereitung weiter.
Rückblickend bleibt vor allem das Gefühl, dass dieses Lager eine besondere Größe hatte, nicht nur organisatorisch, sondern vor allem in dem, was zwischen den Menschen entstanden ist. Die Mischung aus Aktiven und Ehemaligen, die vielen Begegnungen, das gemeinsame Arbeiten, Singen und Erleben haben dieses Osterlager zu etwas gemacht, das für viele lange nachwirken wird.
